„Soll ich meinen Job behalten oder soll ich mich ganz selbständig machen?“ Berufliche Selbstbestimmung zu erschaffen bedeutet, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen. Doch manchmal kommt man trotz heftiger Grübeleien zu keinem befriedigenden Ergebnis. Lerne hier meine bewährte Lieblings-Methode kennen, um herauszufinden, was Du wirklich willst.

 „Du wirst niemals Dein höheres Schicksal verwirklichen, indem Du Angst vermeidest.“ Martha Beck 

Es gab einige Wendepunkte in meinem Leben, bei denen ich plötzlich genau wusste, was zu tun ist: Zum Beispiel als ich nach dem Abi eine Lehre als Restaurantfachfrau in einer internationalen Hotelkette angefangen hatte.

Nach neun Monaten Teller schleppen traf es mich morgens um 5 auf der Fahrt zur nächsten Frühschicht wie der Blitz: „Ich gehöre nicht ins Hotel!“ Und in diesem Moment war meine Entscheidung gefallen: „Ich werde kündigen.“

Andere Entscheidungen gingen mir nicht so leicht von der Hand, wie beispielsweise das Beenden Energie raubender Beziehungen in meinen Zwanzigern. Weil ich damals nicht wusste, wie ich mit dem Alleinsein zurechtkommen würde.

Ich glaube mittlerweile, dass es mehr die Angst vor den Konsequenzen ist, die uns davon abhält Entscheidungen zu treffen und dass wir alle, wenn wir den Angstschleier lüften, wissen welche nächsten Schritte unserem Seelenplan tatsächlich entsprechen.

Wer entscheidet? Dein essentielles Selbst oder Dein gesellschaftliches Selbst? So erfährst Du es. 

Wenn Klientinnen von mir das Gefühl haben, dass sie den Kontakt zu dem, was ihre Seele, ihr Herz, ihr Inneres sagt, ein stückweit verloren haben, dann weiß ich: „Zeit für die Martha-Beck-Technik!“

Martha Beck ist eine brillante Bestsellerautorin und Life Coach aus den USA. In ihren Büchern („Das Polaris Prinzip“, „Steering by Starlight“) unterscheidet sie zwischen dem „essentiellen Selbst“ und dem „gesellschaftlichen Selbst“.

  • Das essentielle Selbst ist der ewige Teil von uns, der für Zukunft, Ausdehnung und unendliche innere Größe steht.
  • Das gesellschaftliche Selbst dagegen ist geprägt von Umgebung, Familie und Normen. Es ist fürchterlich angepasst, möchte immer gut dastehen und bekommt schon allein bei dem Gedanken an Veränderungen Panik.

Der Prozess, die richtige Entscheidung zu treffen, ist im Prinzip ein Rangeln zwischen dem gesellschaftlichen und dem essentiellen Selbst, bei dem letztendlich das essentielle Selbst gewinnt.

Zu wissen, welches Selbst gerade am Zug ist, ist deswegen die Grundvoraussetzung, um den für Dich besten Weg einzuschlagen. Und so funktioniert es:

Nutze Deinen Körper als Kompass – In 5 Minuten zu großer Klarheit 

1. Das „Fesseln an“-Gefühl 

  • Denke an eine unangenehme Situation oder Person von der Du sagen würdest, dass sie nicht Deiner höheren Bestimmung entspricht (oder entsprochen hat). Beispielsweise ein Job oder eine Begegnung, bei der Du Dich völlig fehl am Platz gefühlt hast.

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  • Wie reagiert Dein Körper, wenn Du Dir diese Situation oder Person in Erinnerung rufst? Welche Stellen Deines Körpers fühlen sich zum Beispiel eng, taub, beklemmt an?

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  • Wo würdest Du das Gefühl auf einer Skala von -10 (total unangenehm) bis 0 (neutral) einordnen?

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Das ist Dein „Fesseln an“-Gefühl. Ein klares Zeichen Deines Körpers, dass es bessere Wege für Dich gibt.

2. Das „Fesseln ab“-Gefühl 

  • Denke an eine glückliche Situation oder eine Begegnung mit einer inspirierenden Person, die Deiner höheren Bestimmung entsprochen hat. Vielleicht als Du zum ersten Mal dem Vater Deiner Kinder begegnet bist.

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  • Wie reagiert Dein Körper, wenn Du Dir diese Situation oder Person in Erinnerung rufst? Welche Stellen Deines Körpers fühlen sich zum Beispiel kribbelnd und geöffnet an?

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  • Wo würdest Du dieses Gefühl auf einer Skala von 0 (neutral) bis +10 (total angenehm) einordnen?

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Das ist Dein „Fesseln ab“-Gefühl. Es weist Dir den Weg in die richtige Richtung.

3. Treffe Deine Entscheidung

  • Denke jetzt an die verschiedenen Möglichkeiten zwischen denen Du Dich nicht entscheiden kannst.

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  • Konzentriere Dich auf Möglichkeit 1:  Ich werde (meine wöchentliche Arbeitszeit reduzieren, um mehr Zeit für mein eigenes Business zu haben).

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  • Wo würdest Du das Gefühl, dass Du beim Gedanken an Möglichkeit 1 hast, auf einer Skala von -10 bis +10 einordnen? Fühlt es sich nach „Fesseln an“ oder eher nach „Fesseln ab“ an?

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  • Nun konzentriere Dich auf Möglichkeit 2: Ich werde (meinen Job kündigen und mich voll auf mein Business konzentrieren).

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  • Wo würdest Du das Gefühl, dass Du beim Gedanken an Möglichkeit 2 hast auf einer Skala von -10 bis +10 einordnen? Fühlt es sich nach „Fesseln an“ oder eher nach „Fesseln ab“ an?

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Mir ist durch Martha Becks Ansatz vor einigen Jahren sehr klar geworden, welche Veränderungen in meinem beruflichen Leben anstehen und dass ich eine MAMA Revolution ins Leben rufen möchte.

Wie hat diese Übung auf Dich gewirkt? Welche Entscheidungen stehen in Deinem Leben oder Business gerade an? Was hilft Dir, Deinem Seelenplan treu zu bleiben (auch wenn Angst vor den Konsequenzen auftaucht)?

Die anderen Mamas und ich freuen uns von Dir zu erfahren!

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  1. Diese Übung ist fantastisch, Sandra! Erstaunlich, wie klar der Körper diese Gefühle zeigt. Ich kann mir vorstellen, dass so Entscheidungen tatsächlich viel leichter werden.

    1. Liebe Julia, absolut. Versuch’s mal aus, wenn eine Entscheidung bei Dir ansteht. Dann braucht es nur noch den Mut zur Umsetzung – und den hast Du ja 😉

  2. Liebe Sandra, danke für das Teilen der Methode!
    So kannte ich sie noch nicht, intuitiv wende ich sie wohl aber schon mein ganzes Leben lang an.
    Was mir noch hilft, falls es mir schwer fällt, mit den Konsequenzen zu leben ist, dass ich weiß, dass wenn mein Herz oder das Leben es so will, muss ich da durch. Dann kann bzw muss auch vertrauen, dass alles gut ist, wie es ist. Danke Sandra:)

    1. Liebe Anja, danke für Dein Feedback. Dass kann man sehr gut an Deinem neuen Business sehen, dass Du Deinem Herz mit großem Vertrauen folgst. Toll!

  3. Konsequenzen gibt es so oder so. Also, her damit. Ich versuche mittlerweile Konsequenzen (positiv und negativ) als täglichen Begleiter zu sehen, der mir aufzeigt, wie entscheidungsfreudig oder mutig ich war. Positive und negative Konsequenzen wechseln sich hier ständig ab. Ich fange sogar an, Konsequenzen zu mögen, da sie mir aufzeigen, dass ich in Bewegung bin. Vielen Dank, für diese wunderbar einfache Übung.

    1. Deine Einstellung find ich gut, Wiebke. Und manchmal ist es auch besser die „falsche“ Entscheidung zu treffen als gar keine – aus der falschen kann man lernen und es beim nächsten Mal anders machen.

  4. Ich setze für mich Möglichkeit 1 seit einigen Jahren um… den schrittweisen Ausstieg aus einem Job, der sich schon seit vielen Jahren absolut nicht mehr richtig und gut anfühlt! Danke für den schönen Artikel 🙂

  5. Ach, was für eine wunderbare Erinnerung heute, liebe Sandra – perfekt! Und vor allem auch nochmal etwas anders, als ich es kannte, das ist prima! Ich habe es gleich parallel nochmal ausprobiert und bin wie immer erstaunt, wie gut es doch funktioniert. Was ich für mich als wichtige Erkenntnis gewonnen habe, ist, wie durch häufigere Anwendung die Signale des Körpers viel einfacher und intensiver wahrnehmbar sind. Danke für die tolle Erinnerung, kam genau zum richtigen Zeitpunkt!

  6. Welch einer wertvoller Beitrag von Dir. Wieder zur rechten Zeit. Ich verneige mich vor diesen Worten. Bei mir hat es keine 5 Minuten gedauert. Eher Bruchteile von Sekunden, da schon beim Lesen die Klarheit kam und mein Körpergedächnis sich gezeigt hat. Jetzt muss ich nur schauen, wie ich genau alles umsetzen kann.

    ❤ liche Grüße

    1. Liebe Manuela, wie schön das von Dir zu lesen! Es ist doch immer wieder erstaunlich wie sehr wir uns auf unsere eigenen inneren Ressourcen verlassen können. Ich wünsch Dir ganz viel Freude bei der Umsetzung. Alles Liebe, Sandra

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