Laura Therre ist eine junge Mama, die sich für das Recht auf eine schöne Geburt für Mutter und Kind einsetzt. Vor rund einem Jahr hat sie ihren Blog Walgesang mit Storchenbiss gegründet, der teilweise bereits bis zu 10.000 monatliche Besucherinnen anzieht. Jetzt geht sie den nächsten Schritt, um mit ihrer Leidenschaft Geld zu verdienen und kreiert ihr erstes Online-Programm für Schwangere. Lass Dich von Lauras ehrlichen Worten ermutigen, Deinem ganz eigenen Weg treu zu bleiben!

 

MAMA Revolution: Liebe Laura, seit wann existiert Dein Blog und was war der Schlüsselmoment, der Dich zur Gründung geführt hat?

Laura Therre: Mein Blog existiert seit Anfang April 2014.

2011 habe ich meine erste Tochter geboren. Diese Erfahrung war so bedeutsam für mich und hat den Grundstein für meine Liebe zu Geburten gelegt. Auch lange nach der Geburt lies mich dieses Thema nicht los.

Auf der Suche nach Gleichgesinnten, bin ich auf ein Forum gestoßen, indem ich dann auch 3 Jahre lang Moderator war. Ich konnte viele Frauen virtuell durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett begleiten.

Sicher ist das auf der einen Seite mit Distanz verbunden, doch gerade im geschützten Raum eines Forums schreiben doch viele Frauen von ihren tiefsten Wünschen und Ängsten.

Ende 2013 habe ich eine Ausbildung zur Stillberaterin gemacht und stand dann vor der Frage, wie meine berufliche Laufbahn aussehen soll. Denn meine Tätigkeit als Stillberaterin ist ehrenamtlich.

Lange Zeit war es mein tiefer Wunsch Hebamme zu werden. Doch die Ausbildung, die in der Klinik stattfindet, war für mich abschreckend.

Meine zweite Tochter wurde im Januar 2014 geboren. Diese Hausgeburt änderte für mich alles.

 

Mein ganzes Sein änderte sich durch die Hausgeburt zum Positiven. Mein Vertrauen in mich selbst, mein Bild von mir selbst, meine Weiblichkeit und auch die Beziehung zu meinem Mann. Es war eine wunderbare Erfahrung“

 

Und natürlich flammte meine Sehnsucht nach Geburtsarbeit weiter auf. Ich hatte von mir gelernt, dass mich die emotionale Komponente einer Geburt viel mehr einnahm, als das praktische Wissen und Handeln während einer Geburt.

Deswegen schloss ich eine weitere Ausbildung zur Doula ab. Eine Doula ist eine Geburtsbegleiterin, die die Familie emotional unterstützt.

Jedoch stand ich auch jetzt vor dem Hindernis Rufbereitschaft zu leisten, was heißt 24 Stunden am Tag abrufbereit zu sein und meine Kinder zu jeder Zeit gut versorgt zu wissen. Mit einem arbeitenden Mann ist das für uns schwer zu realisieren.

So wurde die Idee geboren mein Wissen online an die Frauen weiterzutragen. Mein drittes Baby Walgesang mit Storchenbiss war geboren.

 

MAMA Revolution: Wie bist Du im Aufbau Deines Blogs vorgegangen? Was waren Deine ersten Schritte?

Laura Therre: Zu Beginn wollte ich alles alleine machen, stand jedoch schon bei der Installation der Blogsoftware vor einer großen Mauer und habe mir Hilfe gesucht. So konnte ich das Einrichten des Blogs abgeben und habe mich auf das Blogdesign konzentriert.

Dafür habe ich mir ein schönes Blogtheme gesucht, es installiert und angepasst. Einen Header entworfen und dann ging auch schon das Schreiben los. Mittlerweile bin ich geübter was die Technik betrifft und brauche nur noch selten Hilfe. Man wächst rein.

 

MAMA Revolution: Du hast zwei kleine Kinder. Wie beeinflusst das Dein Geschäftsmodell?

Laura Therre: Ich betreue meine Kinder zuhause, das heißt ich kann nicht spontan arbeiten.

Wenn es um Termine mit Frauen oder Kooperationspartnern geht, muss ich mich immer mit der Arbeitszeit meines Mannes abstimmen.

Doch gerade digitale Produkte und auch fixe Termine, bieten sich als Mutter natürlich an.

 

MAMA Revolution: Was ist Dein Angebot, beziehungsweise welche Produkte entwickelst Du gerade?

Laura Therre: Zur Zeit habe ich noch kein Angebot.

Es kostet mich große Überwindung etwas anzubieten und Geld dafür zu verlangen. Gerade bei meinem Thema, welches mir so sehr am Herzen liegt.

 

„Vor allem weil ich auch die Überzeugung in mir trage, dass es für jede Frau selbstverständlich sein sollte eine schöne und sichere Geburt zu erleben.“

 

Dennoch: Ich  habe mich überwunden und arbeite gerade an einem Videokurs zum Thema Geburt. 🙂

Das Ganze soll keinen Geburtsvorbereitungskurs ersetzen. Es geht vielmehr darum,

  • sich über seine Möglichkeiten bewusst zu werden
  • das Wissen zu sammeln, bevor man sich für eine Geburtsbegleitung entscheidet
  • seine Ängste und Wünsche zu kennen und damit zu arbeiten
  • schon in der Schwangerschaft Kontakt zum Baby aufzunehmen
  • den natürlichen Geburtsverlauf kennen zu lernen
  • somit auch sein Selbstvertrauen zu stärken
  • und natürlich nimmt auch das Thema „Was passiert, wenn alles anders kommt“ Platz ein.

Dafür habe ich mir Mamas, andere Doulas, Hebammen und Therapeutinnen gesucht, die mich unterstützen und ihren Teil beitragen.

So oft lese ich in den Kommentaren auf meinem Blog oder in den Mails „Ach, hätte ich das nur vorher gewusst!“ Das ist so ein Satz, den ich immer wieder höre. Das möchte ich für die teilnehmenden Frauen ändern.

Zusätzlich zum Kurs wird es eine Facebook Gruppe geben, in dem sich die Mamas untereinander und auch mit mir und den anderen Mitwirkenden austauschen können.

Außerdem wird es noch das Angebot geben Skype- oder Telefongespräche mit mir wahrzunehmen.

 

MAMA Revolution: Wie wirst Du bei der Vermarktung Deines Online-Kurses vorgehen?

Laura Therre: Ehrlich gesagt, bin ich da noch ziemlich planlos. Ich denke der Plan wird geschmiedet, wenn die Videos abgedreht sind, denn dafür bin ich auch die kommenden Wochen sehr viel unterwegs. So bleibt gar nicht viel Zeit für andere Gedanken.

 

MAMA Revolution: Was waren bisher Deine größten Erfolge in Deinem Business?

Laura Therre: Eine Mama, die ihre erste Geburt eher negativ erlebt hat, las meinen Blog und kontaktierte mich.

Wir redeten lange über Geburten und sie war inspiriert, doch weiterhin eher skeptisch. Wenige Monate später wurde sie mit ihrem zweiten Kind schwanger.

Auch in der Schwangerschaft hielten wir Kontakt und ich hatte die Ehre direkt nach der Hausgeburt anwesend sein zu dürfen. Dieses Strahlen zu sehen, die leuchtenden Augen, das nasse Baby und die stolzen Eltern. Diese Frau, die soeben geboren hatte und pure weibliche Kraft ausstrahlte.

Sie sah aus wie eine Göttin, weich und sanft und doch so strahlend und kraftvoll. Der große Bruder, der seinen kleinen Bruder fasziniert Willkommen heißt. Den Raum zu erleben, der noch so nach Geburt und Anstrengung roch. Diese magische Stimmung, in der man sich nicht wagt etwas zu sagen. Das war wunderschön.

Diese Mama habe ich dann weiter durch die Stillzeit begleitet und wir stehen auch heute noch in Kontakt.

 

„Weiter war das Erreichen der 10.000 monatlichen Besucher ein echtes Erfolgserlebnis für mich.“

 

Die vielen Mails, die mich erreichen und auch Kooperationsbestätigungen von ganz, ganz wunderbaren Frauen, die wertvolles Wissen teilen.

 

MAMA Revolution: Wie gehst Du mit Selbstzweifeln um?

Laura Therre: Selbstzweifel sind tatsächlich ein sehr einnehmendes Thema bei mir. Die Angst vor negativem Feedback, die Frage „Wer bin ich, um über dieses Thema zu schreiben?“ Und auch ob ich es jemals schaffe überhaupt Geld zu verdienen beschäftigen mich immer wieder.

 

„Wenn ich an mir zweifle, ist es für mich hilfreich, mir genau anzuschauen, warum ich zweifle.“

 

Ich frage mich dann, ob diese Zweifel begründet sind und was passieren würde, wenn sich diese Dinge bewahrheiten.

Meist komme ich schnell wieder aus einem Tief hervor, allerdings gibt es auch Tiefs, die tagelang andauern. Tage, an denen ich mich am liebsten verkriechen und die Welt ausschalten würde. Jedoch raffe ich mich immer wieder auf, denn am Ende ist mir mein Thema zu wichtig, um einfach aufzugeben.

 

MAMA Revolution: Du schaffst es ganz wunderbar, mit zwei kleinen Kindern produktiv zu sein. Wie machst Du das? Wie kommst Du zu der Zeit, die Du für Dein Business brauchst?

Laura Therre: Wie bereits erwähnt, sind meine Töchter 3,5  und 1,5 Jahre alt zuhause. Zum einen ist das schön, die beiden beschäftigen sich sehr gut gemeinsam. Zum anderen ist es natürlich nervenaufreibend.

Wenn ich gerade in einer kreativen Phase steckte und die Kinder sehr fordernd waren, befand ich mich oftmals am Rande der Verzweiflung. Es hat lange gedauert bis ich das so annehmen konnte.

Zum Start des Blogs und auch durch das gesamte erste Jahr hindurch, habe ich immer versucht alles genau zu planen und meine Deadlines einzuhalten. All diese Dinge zu befolgen, die in der Bloggerszene als der Weg zum Erfolg angepriesen werden.

Inzwischen habe ich bemerkt, dass mich das eher hindert und Frustration schon vorprogrammiert ist.

 

„Alles einfach fließen zu lassen, immer weiterzumachen und ein Schritt nach dem anderen zu gehen, egal wie lange es dauert. Das ist eine sehr wichtige und entspannende Erfahrung für mich.“

 

Und ich merke, wie ich sehr viel produktiver sein kann, wenn ich mir nicht ständig irgendwelche Selbstvorwürfe mache, weil ich „wieder“ irgendetwas nicht rechtzeitig geschafft habe.

 

MAMA Revolution: Was sind Deine drei wichtigsten Tipps für Mütter, die mit ihrem Business gerade starten?

Laura Therre:

 

1. Trau Dich, einfach anzufangen 

Es muss nicht alles perfekt sein. Es gibt mittlerweile tausende schöne Blogdesigns und mit WordPress ist das Ganze leicht umzusetzen. Man muss sein Thema noch nicht perfekt ausgearbeitet haben.

„Ein Blog wächst und gedeiht mit der Zeit und nur weil man jetzt einen Blog erstellt, muss er nicht bis in alle Ewigkeit genau so aussehen und bestehen.“

Mit der Zeit und mit der Erfahrung, die das Bloggen mit sich bringt, findet sich der passende Rahmen von selbst.

 

2. Nimm Dich selbst und Deine Möglichkeiten an

Das heißt zum Beispiel, ohne schlechtes Gewissen das Hörbuch oder die DVD für die Kinder einzuschalten, weil man einen Blogartikel zu Ende schreiben möchte oder die Antworten auf ein Interview verfasst.

Und wenn man bemerkt, dass sich das schlechte Gewissen doch anschleicht, die Arbeit auch einfach mal zur Seite legen und am nächsten Tag weiter machen.

Sich Hilfe zu suchen, bei Freunden und Verwandten. Sei es für Hilfe im Haushalt, mal ein Mittagessen oder die Kinderbetreuung. Wenn gerade keiner Zeit hat auch mal einen Babysitter in Anspruch zu nehmen.

Wir leben viel zu sehr für uns selbst.

„Freundinnen von mir haben eingeführt einmal in der Woche gemeinsam eine ihrer Wohnungen zu putzen, immer im Wechsel.“

Mit gemeinsamer Unterstützung klappt doch alles sehr viel besser und es macht Spaß. Leider wohne ich zu weit weg, um mitzumachen.

 

3. Feiere Deine Erfolge

Zum Blogstart war ich immer irgendwie unzufrieden. In der ersten Woche knapp 1000 Besucher. Okay, ich hab mich kurz gefreut und dann weiter gearbeitet.

„Mir hat nie gereicht, was ich geschafft habe. Ich wollte immer mehr und weiter machen.“

Hätte ich das lange so weiter gehandhabt, dann wäre der Blog ziemlich schnell wieder von der Bildfläche verschwunden. Da ist ein Burnout quasi vorprogrammiert.

Einfach mal innezuhalten, sich selbst auf die Schulter zu klopfen und feiern, was man alles geschafft hat. Das finde ich wirklich wichtig.

Für mich fand ich auch das Anlegen eines Erfolgstagebuchs hilfreich, um mir vor Augen zu halten, was ich alles gemeistert habe.

Und dann stelle ich an Tagen, die gefühlt absolut blöd und unproduktiv gelaufen sind fest, dass der Platz auf der Seite nicht ausreicht um mein Glück festzuhalten…

 

Wie hast Du die Geburt Deiner Kinder und / oder Deiner Business Idee erlebt? Was hat Dir geholfen? Was hat Dir gefehlt? Laura und ich freuen uns sehr, wenn Du Deine Erfahrungen mit uns den anderen Mamas teilst. Bis gleich in den Kommentaren 🙂

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