Jede Business Mama braucht einen echt guten, wasserdichten Projektplan, der ihr auf einen Blick zeigen kann: Du stehst hier, da willst Du hin und das sind Deine nächsten Schritte. Diese zielgerichtete Klarheit ist notwendig, um auch dann beruflich auf Kurs zu bleiben, wenn zuhause der Bär tobt. Doch richtiges Planen ist gar nicht so einfach. (Hier geht es zu Teil 1 und Teil 3)

Wenn Deine beruflichen Träume im Ablagestapel verschwinden…

Vielleicht hast Du diese Erfahrung auch schon gemacht. Du erstellst voller Hoffnung und Freude einen Plan, der Deine Business Träume für die nächsten Monate und Jahre festhält. Du bist glücklich und voller Tatendrang.

Dann kommt der Alltag dazwischen.

Mit der Zeit degradiert Dein inspirierender Plan zu einem unauffindbaren Zettel in Deinem kiloschweren Ablagestapel. Oder: Du machst Dir einen Plan, der im ersten Moment innerliche Höhenflüge erzeugt, sich aber im Laufe der Monate als völlig unrealistisch herausstellt und Dir einfach nur das Gefühl vermittelt, versagt zu haben.

Es hat Jahre gedauert, bis ich den Dreh heraushatte. In meinem Büro steht eine weiße IKEA-Box randvoll gefüllt mit all den Kalendern, Zeit-Management-Trainings und Organisationshandbüchern, die ich in meiner Suche nach der optimalen Planungsmethode ausgetestet habe. Häufig begleitet von einem verständnislosen Schmunzeln meines Mannes:

„Ach? Schon wieder ein neuer Kalender?“

 

Lerne jetzt, wie Du einen 12-Monate-Projektplan erstellst, der Dich flexibel, effektiv und, last but not least, zufrieden macht.

Mittlerweile habe ich für mich herausgefunden, worauf es ankommt. Ich benutze keinen Business Plan, der im Detail festlegt wie viel Einkommen ich durch welche Tätigkeiten im ersten Quartal 2020 generieren möchte. Womit ich viel besser fahre ist eine langfristige Vision davon, wo ich in fünf bis zehn Jahren stehen möchte und ein sehr genauer Projektplan für das aktuelle Jahr. So geht’s.

 

1. Deine langfristige Vision

Wo siehst Du Dich in zehn Jahren, wenn Deine Träume erfüllt sind? Was fühlst Du? Was machst Du? Wie sieht Dein Tag aus? Mit diesem Bild beginnt Deine Planung, denn genau an diesen Ort in der Zukunft soll Dich Dein Projektplan führen. Jahr für Jahr. Monat für Monat. Woche für Woche.

Um dieses Bild nicht aus dem Auge zu verlieren habe ich mir einen Berg aufgezeichnet. Auf seiner Spitze befindet sich ein Symbol für meinen erfüllten Traum – ein leuchtendes Buch. Ein Weg windet sich in Kreisen den Berg entlang und führt nach oben.

Was könnte ein Bild für Deine langfristige Vision sein?

 

2. Beginne immer mit dem Jahresende

Jetzt überlege Dir, was Du alles tun könntest, um am Ende des Jahres sagen zu können: „Wow! Ich bin meiner großen Vision um einiges näher gekommen!“ An dieser Stelle geht es noch nicht darum, Deine Projekte festzulegen. Zunächst sammelst Du einfach alles, was ansteht und Dich inspiriert.

 

3. Entscheide Dich!

Wenn Du ein bisschen so tickst wie ich, dann hast Du bestimmt viele Ideen für viele tolle Projekte. Weiterbildungen, neue Produkte, Bücher schreiben, Initiativen gründen, etc. Hier muss ich Dich jedoch daran erinnern, dass Du als Business Mama wahrscheinlich keine 40-Stunden-Arbeitswoche zur Verfügung hast. Eher 20. Oder 12? Oder weniger?

Die Kunst ist es, Dir Ziele zu setzen, die Dich beflügeln und gleichzeitig – angesichts aller anderen Verpflichtungen – auch wirklich umsetzbar sind.

Deine Projekte sollen Dich nicht stressen oder entmutigen, sie sollen Dich Schritt für Schritt weiterbringen.

Meine Erfahrung ist: weniger ist mehr. Hab den Mut, Dich auf wenige Projekte zu konzentrieren, dafür aber richtig. So gestattest Du Dir den Triumph, Deine Ziele zu erreichen.

Als Entscheidungshelfer setze ich an dieser Stelle mein Berg-Bild und mein Bauchgefühl ein. Ich denke an meine langfristige Vision und frage mich: Bringt mich dieses Projekt, diese Idee, diese Weiterbildung näher an die Bergspitze? Wenn nicht, dann kommt es auf meine „Vielleicht irgendwann mal“-Liste. Und ich achte auf meinen Körper. Wenn ich mich unwohl fühle, verändere ich meine Ziele für das Jahr so lange, bis ich Leichtigkeit im Herzen spüre. Dann weiß ich: „Jetzt hab ich’s!“

 

4. Gib jedem Projekt einen inspirierenden Titel

Nachdem Du Dich für eine Handvoll Projekte entschieden hast, gibst Du jedem eine Überschrift und bringst präzise auf den Punkt, was Du bis zum Jahresende erreichen möchtest. Formuliere Deine Ziele immer positiv. „350 neue Newsletter-Abonnenten sind begeistert“, „Ich habe meine Ausbildung zum Ernährungs-Coach abgeschlossen.“

 

5. Lege die Meilensteine für jedes Projekt fest

Jetzt nimmst Du Dir jedes Projekt vor und machst wieder ein kurzes Brainstorming. „Was könnte ich alles tun, um meine Ausbildung zum Ernährungs-Coach dieses Jahr noch abzuschließen?“ Angesichts dieser Aufgaben-Liste überlegst Du Dir welches die größeren Meilensteine auf Deinem Weg zum Ziel sind. Zum Beispiel: „Ich schließe alle Module voller Leichtigkeit ab“, oder „Ich vervollständige mein Portfolio an glücklichen Trainings-Klienten“.

 

6. Unterteile Deine Meilensteine in kleine Schritte

Nun notierst Du Dir, welche kleinen Schritte Du gehen kannst, um Deine Meilensteine zu erreichen. Achte dabei darauf, dass Du nicht mehrere Schritte zu einem Schritt zusammenfasst. Denn was Du am Ende Deiner Planung haben möchtest ist eine glasklare Handlungsvorlage, keine verschachtelten Mini-Projekte innerhalb Deiner Meilensteine.

Achtung! Bleib ganz locker, falls Deine Aufgabenlisten auf den ersten Blick endlos erscheinen. Du musst nicht jeden Schritt wirklich ausführen, um anzukommen. Konzentriere Dich auf die wichtigsten Aufgaben, überlege was Du delegieren kannst und lass den Rest los.

 

7. Verteile Deine Meilensteine auf die vier Jahresquartale

Als nächstes teilst Du Dein Jahr in die vier Quartale ein und fragst Dich:

„Welchen Meilenstein muss ich in welchem Quartal umsetzen, damit ich am Ende des Jahres meine Ziele erreicht habe?“

Ich nutze eine einfache Excel-Tabelle für den ganzen Prozess. Die Meilensteine und Aufgaben meiner Projekte sammle ich in einer Tabelle und lege für jedes Projekt einzelne Tabellenblätter an. Dann kopiere ich die Meilensteine und Aufgaben aus den Projekt-Tabellenblättern und füge sie in ein neues Tabellenblatt ein, das aus vier Spalten, betitelt mit Q1, Q2, Q3 und Q4, besteht.

 

8. Teile Deine Jahresviertel in Monate ein

Im Prinzip wiederholst Du jetzt den gleichen Prozess, nur dass Du in Deiner Terminplanung noch konkreter wirst. Du verteilst die Aufgaben aus den jeweiligen Quartalen nun auf die einzelnen Monate.

 

9. Mach jede Woche ein Follow-up

Dieser letzte Schritt ist lebensnotwendig für einen funktionierenden Business Plan. Denn selbst der weltbeste Plan macht nur dann einen Sinn, wenn er regelmäßig aktualisiert und durchgeführt wird. Die wichtigsten und einfachen Regeln, die Du beachten solltest, um eine effektive und glückliche Woche zu gestalten, erkläre ich Dir nächste Woche im dritten und letzten Teil dieser Blog-Serie.

 

Hat Dir dieser Artikel weitergeholfen? Wie stellst Du sicher, dass Deine Träume wahr werden? Ich freue mich von Dir in den Kommentaren zu hören!

 

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  1. Sandra, prima auf den Punkt gebracht!
    Du und ich, wir sind uns in unserer Planungsstrategie recht ähnlich! 🙂
    Was ich auch liebe zu tun, ist zu schauen, was denn eigentlich in den letzten 12 Monaten toll war und was ev. nicht so gut geklappt hat.
    Dann seh ich auch, welche Strategien schon mal funktioniert haben und was ich für das kommende Jahr noch besser planen kann bzw. kann reflektieren, waurm das ein oder andere nicht geklappt hat und, was ich daraus lernen kann.

    Bis bald,
    Karin

  2. Liebe Sandra,
    deine Tipps und Tricks regen mich sehr zum Nachdenken und Mitmachen an.
    Ich finde deine kleinen Emails am Wochenende sehr erfrischend. <3
    Bestimmt werde ich das eine oder andere in mein Leben integrieren. 😉

    Liebe Grüße und eine schöne Zeit in London
    Steffi

  3. Hallo liebe Sandra!

    Herzlichen Dank für denn zweiten Teil des Buisness Plans. Er bringt mich wieder ein Stück nach vorne.
    Du sprichst mir aus der Seele.
    Visionen – Ablagen usw.
    Es ist wirklich so „WENIG ist MEHR“.
    Mir selber keinen Druck mache mit meinen Visionen und im Vertrauen bleib.
    Diese Woche z.B. hatte ich einiges geplant und vor, doch wie es so ist mit 3 Kindern. Alle drei liegen zu Hause sind krank.
    Für mich ist das ungewöhnlich da sie bis jetzt vielleicht einen Tag Fieber hatten. Es ist aber auch eine neue Erfahrung für mich.

    Liebe Grüße
    Anita Högler

    1. Liebe Anita, ich drück Dir die Daumen, dass die Kleinen schnell gesund werden. Wenn Du Dir keinen Druck machst, dann machst Du trotzdem etwas für Deine Projekte, weil Du sie mit Vertrauen nährst. Als Mama kommt man manchmal nur langsam voran – und dann macht man wieder einen Quantensprung. Du bist auf jeden Fall dem richtigen Weg 🙂

  4. fand ich sehr gut.ich hab nur gedacht: wohin mit all den tabellen und plaenen? da ich allea zun anfassen und greifen zm mich herum brauche, moechte ich keine listen im pc. vermutlich bin ich da altmodisch.

  5. liebe sandra,
    was mir eben nochmal bewusst geworden ist: ich plane noch zu wenig bzw. arbeite noch nicht strukturiert genug. danke fuer den impuls :-).
    sandra

    1. Liebe Sandra, du kannst dir für den Start auch einfach ein kleines Heft anlegen für deine Projekte. Das muss keine excel Tabelle sein 🙂 Hauptsache du fühlst dich gut damit.

  6. Plan your work and work your plan. An guten Vorsätzen und Plänen fehlt es nicht, aber die Durchführung oder das Durchhalten sind das Problem. Deine Ratschläge sind dabei eine grosse Hilfe.

  7. liebe sandra, eine super-inspirierende anleitung, die mich daran erinnert, die einfachheit zu schätzen. es muss nicht immer alles kompliziert sein. oft reicht eine excel-tabelle aus 😉 ich arbeite auch sehr visuell mit einem inspirations-brett, an dem ich meine langfristigen ziele sichtbar mache. deine zeilen sind mir anregung, das brett heute zu aktualisieren.
    ein gruß von herzen
    danja

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