Vor einigen Jahren managte Elke Peetz noch ein 100-Mio-Euro-Projektportfolio für eine große deutsche Bank. Dann kamen die Kinder und alles veränderte sich. Elke ließ ihre neuen Werte Schritt für Schritt in den Aufbau ihrer Selbständigkeit fließen. Jetzt hilft sie mit ihrem Programm „Neustart“ Müttern dabei, ein Geschäftsmodell zu finden. 

 

MAMA Revolution: Liebe Elke, Du hast nach Deinem Studium für eine große Bank gearbeitet und Dich vor einigen Jahren in einem ganz anderen Bereich selbständig gemacht.

Welche Schlüsselmomente haben zu diesem Richtungswechsel geführt?

Elke Peetz: Es war vor allem die Geburt meines Sohnes vor gut 4 Jahren.

Meine Erfahrungen mit Schwangerschaft, Geburt und Muttersein haben Teile von mir wieder zum Vorschein gebracht, die in meinem BWL-Studium und in der Bank wenig Platz hatten.

Mit dem Coaching war auf einmal ein Herzenswunsch da, den ich nicht ignorieren konnte und wollte.

Mein Mann und ich haben uns dann gemeinsam entschieden, dass wir diesem Traum eine Chance geben wollen. Zum Glück kann ich heute sagen!

 

MAMA Revolution: Du hast Dich auf Frauen spezialisiert, die gut ausgebildet sind und als Mütter einen neuen Weg suchen, um privat und im Job erfüllt zu sein. Was sind Deiner Meinung nach die größten Schwierigkeiten dieser Frauen?

Elke Peetz: Sie wissen relativ genau, was sie nicht wollen.

„Mütter haben es satt, sich zwischen Job und Familie zu zerreißen, für einen Arbeitgeber der am Ende des Tages ihre Arbeit nicht wirklich wertschätzt.“

Aber was sie stattdessen wollen, wissen sie meist nicht so genau. Was ihnen fehlt ist eine Strategie wie man die eigenen Fähigkeiten und Bedürfnisse nutzt, um einen erfüllenden Beruf zu finden – oder eben zu kreieren.

Häufig fehlt ihnen auch das Vertrauen in sich selbst und in ihre Fähigkeiten.

Denn jeder von uns ist einzigartig und hat unheimlich viel zu geben. Darum kann aus meiner Sicht auch jeder zumindest theoretisch erfolgreich selbständig sein. Um dieses Selbstvertrauen (wieder) zu finden, braucht mancher Unterstützung. Und da kommt meine Arbeit ins Spiel.

 

MAMA Revolution: Wie bist Du vorgegangen, um Dir klar über Deinen beruflichen Traum zu werden und was waren bisher Deine wichtigsten Schritte, um ihn wahr werden zu lassen?

Elke Peetz: Auch wenn es sich währenddessen nicht so klar angefühlt hat: Rückblickend betrachtet sind es fünf Schritte gewesen, die dafür notwendig waren.

Alles beginnt mit diesem: Leidenschaft und dem Wunsch die Welt ein Stück besser zu machen. Der nächste ist Vertrauen in Dich und Deine Fähigkeiten.

Wie Du Dein Selbstvertrauen mit einer einfachen Frage stärken kannst und was die anderen Schritte auf dem Weg zum Traumbusiness sind, stelle ich nächste Woche in einem kostenlosen Webinar vor.

Deine Leserinnen sind ganz herzlich eingeladen. Insbesondere die, die NOCH kein eigenes Business haben.

Gratis Webinar: Finde Deinen Weg in die Selbständigkeit (OHNE den Stress, den ich damit hatte)

 

MAMA Revolution: Wie sieht ein typischer Wochentag für Dich und Deine Familie aus?

Elke Peetz: Zwischen sechs und halb sieben starten wir zu viert gemütlich mit ein paar Kuscheleinheiten und einem gemeinsamen Frühstück in den Tag. Mein Mann bringt dann auf dem Weg ins Büro die Kinder in die Kita.

Bis nachmittags habe ich Zeit für meine wundervollen Klientinnen und konzeptionelle Arbeiten. Die besten Ideen kommen mir draußen auf dem Feld.

Mein Sportprogramm erledige ich zweimal pro Woche vor dem Mittagessen. So hab ich alles, was ich für meine Zufriedenheit brauche erledigt, bevor ich die Kinder wieder abhole.

Der Nachmittag gehört ganz ihnen. Abends sind wir mal zu dritt, mal zu viert, je nachdem was auf dem Programm steht.

 

MAMA Revolution: Du hast selbst Phasen der extremen Erschöpfung gemeistert, besonders nach der Geburt Deines zweiten Kindes. Was fehlt unserer Gesellschaft im Umgang mit Müttern?

Elke Peetz: Flexible und individuelle Arbeitsmodelle. Darum müssen wir sie uns selbst schaffen.

Das macht ja auch Deine Mamarevolution so wertvoll. Denn wenn wir uns gegenseitig unterstützen, dann können wir zusammen die Arbeitswelt von morgen erschaffen!

Für mich selbst war das nach der Geburt meiner Tochter besonders wichtig.

Ich bin an schweren Komplikationen fast gestorben und musste in den Monaten danach mit körperlichen und psychischen Folgen kämpfen. Gab ich nicht gut auf mich acht, waren Blackouts und Panikattacken die Folge.

Da mein Mann zu der Zeit noch im Studium war, war es keine Option für mich, nicht zu arbeiten.

Zum Glück hatte ich zu dem Zeitpunkt meine Selbständigkeit schon so aufgestellt, dass ich meine Arbeit meiner gesundheitlichen Verfassung anpassen konnte. Unter diesen extremen Umständen die Rettung.

„Diese Strategie empfehle ich allen (zukünftigen) Business Mamas. Nehmt Euch selbst in Eurem Geschäftsmodell wichtig. Sonst erschafft Ihr Euch ganz schnell das nächste Hamsterrad.“

 

MAMA Revolution: Hast Du ein Rezept, um Dich selbst nicht zu sehr unter Druck zu setzen?

Elke Peetz: Achtsamkeit mit mir und meinen Bedürfnissen.

„Ich habe inzwischen ein relativ feines Gespür dafür, wie es sich körperlich und emotional anfühlt, wenn ich mir zuviel Druck mache.“

Ich merke dann, wie sich meine Schultern verkrampfen, ich Kopfschmerzen bekomme und meine Kreativität auf der Strecke bleibt.

Das Einzige was dann hilft, ist loslassen. Und weil das so schwer ist, verrate ich Dir mein Geheimnis.

Die Frage: „Wie kann ich es mir leicht machen?“

Meine Antwort hat meist etwas damit zu tun, raus in die Natur zu gehen oder in die Sauna.

Als nächstes male ich mir dann aus, wie ich mein Problem gerne lösen würde, wenn ich bei „Wünsch Dir was“ wäre. Diese meist unkonventionelle Lösung bringt bei mir jeden Knoten zum Platzen!

 

MAMA Revolution: Du gehst bald mit Deinem neuen Coaching Programm NEUSTART auf den Markt. Was möchtest Du uns darüber im Vorfeld verraten?

Elke Peetz: NEUSTART ist ein so noch nie dagewesenes Premium-Programm, in dem ich eine kleine Anzahl von Teilnehmerinnen an die Hand nehme auf dem Weg zu ihrem eigenen Business.

In 3 Monaten erarbeiten wir ein Geschäftsmodell, das sie selbst in den Mittelpunkt stellt und einen Plan für den Übergang mit Spaß und ohne dabei auszubrennen.

 

MAMA Revolution: Was sind Deine 3 wichtigsten Erfahrungen als Business Mama, die Du gerne an die  MAMA Revoluzzerinnen weitergeben  möchtest?

Elke Peetz:

  • Zeig Dich in all Deiner Schönheit und all Deiner Verletzlichkeit. Es macht (jedem! 😉 ) Angst, aber nur so machst Du Dich sichtbar für diejenigen, die Dich lieben werden. Weil Du genau DU bist!
  • Sei bereit, Dinge auszuprobieren und Fehler zu machen. Denn nur so lernst Du, wie Du Dein Angebot so feinschleifen kannst, dass Du damit Erfolg hast.
  • Start before you feel ready. Egal ob es sich um den Start Deines Business handelt oder das nächste Level, das Du erreichen möchtest. Es ist immer etwas ungemütlich, aus der Komfortzone rauszugehen. Aber es lohnt sich!

Und hier nochmal der Link zu Elkes Webinar Finde Deinen Weg in die Selbständigkeit (OHNE den Stress, den ich damit hatte)

 

MAMA Revolution: Vielen Dank, liebe Elke. Die MAMA Revoluzzerinnen und ich wünschen Dir ganz viel Erfolg auf Deinem Weg 🙂

 

Jetzt würden Elke und ich gerne von Dir wissen, was unsere Gesellschaft im Umgang mit Müttern besser machen könnte? Was würde Dich zur Zeit erleichtern? Wir freuen uns auf einen regen Austausch in den Kommentaren 🙂

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  1. Liebe Elke, liebe Sandra,

    wieder mal ein sehr schönes Interview, vielen Dank dafür. Mir gefällt besonders gut, dass Elke schreibt, wie essenziell es ist, sich selbst und seine Bedürfnisse wichtig zu nehmen, gerade beim Neugründen einer Selbständigkeit – sonst findet man sich ganz schnell in einem neuen Hamsterrad wieder.
    Ich persönlich finde diesen Punkt auch sehr wichtig, und doch fällt er mir manchmal nicht leicht. Aber ich merke mittlerweile immer schneller, wenn meine Energie nachlässt und es Zeit zum Auftanken ist.

    Dann mache ich mir bewusst: Es ist mein Herzens-Business, mit meinen Regeln.

    In diesem Sinne alles Liebe,
    Petra

    1. Liebe Petra, vielen Dank für Dein Feedback. Wie heißt es so schön: Ein Selbständiger arbeitet gerne 48 Stunden am Tag um einen 9-5-Job zu vermeiden 🙂 Da musste ich am Anfang auch sehr gut auf mich achten. Mittlerweile hab ich schon verstanden: Ich kann auch mal ein paar Tage einen Gang runter schalten, ohne dass mein Business darunter leidet. Schön, dass Elke das direkt einbringt in ihre Beratung. Alles Liebe! Sandra

    2. Liebe Petra,

      es sind ja bei der Gründung zwei gegenläufige Emotionen am Werke. Einerseits der Wunsch nach Freiheit, ohne den glaube ich niemand gründen würde. Und dann aber der Wunsch nach Sicherheit, den gerade wir Mütter natürlich haben, weil wir nicht nur für uns selbst sondern eben auch für unsere Kinder (mit-)verantwortlich sind. Und gerade die Gründerjahre sind nunmal leider sehr unsicher. Trotz aller Vorbereitungen weiß eben keiner, ob die Geschäftsidee am Markt auch wirklich Erfolg hat.

      Und diese Unsicherheit auszuhalten, ist echt schwer. Also ist man fleißig und arbeitet wie als Angestellte und noch länger, um sich bloß nichts vorzuwerfen. Dabei brauchen wir als Selbständige ja eine ganz andere Arbeitsweise. Wir müssen alles tun, um kluge Ideen zu haben und kreativ zu sein. Und dafür brauchts eben manchmal nen Tag in der Sauna. 😉

      Viele liebe Grüße,
      Elke

  2. Der Spagat zwischen Familie, Job und Business (dessen Start ich schon länger plane) stellt mich immer noch vor Herausforderungen.
    Mein Sohn war gerade 6 Wochen lang krank. Häufige Artztbesuche und 3 Wochen keine Kita.
    Da hab ich ganz schnell gemerkt wie mein System, das gut funktioniert wenn alles nach Plan geht, bröselt.
    Welche Erfahrungen und Exit Strategien habt Ihr damit? Ich merke das mich das schon bremst, wenns um das Los-Starten mit meinem Herzensprojekt geht.

    Danke für den inspirierenden und ermutigenden Artikel. Ich freue mich auf dein Webinar, Elke.

    Liebe Grüße, Johanna

    1. Liebe Johanna,

      wie schön, dass Du dabei bist!

      Dafür gibt es kein Patentrezept. Als ich nach der Geburt meiner Tochter längere Zeit krank war, gab es eigentlich nur eine Strategie. Meinem Körper (und meiner Seele) das geben, was sie brauchen. Sonst waren Panikattacken und Blackouts die Folge. Sandra als mein Coach zu dieser Zeit (plus eine Traumatherapeutin) hat mir in dieser Zeit geholfen, das Vertrauen in mein Business zu behalten und einen Weg zu finden, der zu mir und meiner Situation passt.

      Und das kann ich Dir versprechen: einen Weg gibt es immer. Für mich gilt inzwischen: Mit Unterstützung gehts immer leichter und schneller.

      Was meinst Du mit Exit-Strategien?

      Viele Grüße,
      Elke

    2. Liebe Johanna, was mir bisher in Phasen geholfen hat, in denen mein Plan familiär durchkreuzt worden ist, war immer in kleinen Schritten zu denken.

      Also statt in solchen Momenten erstmal alles hinzuwerfen vor lauter Frust habe ich versucht immer den nächsten machbaren Schritt zu gehen. Und wenn das einfach eine eMail am Tag war…

      Egal wie klein die Schritte sind, Du bleibst dadurch am Ball und musst nicht erst wieder schwerfällig die ganze Maschinerie in Gang bekommen, sobald Du wieder richtig Zeit hast.

      Hilft Dir das ein bisschen? Alles Liebe! Sandra

      1. Liebe Elke und Sandra,
        Herzlichen Dank für Euren Input.
        Sich Unterstützung zu holen und in kleinen oder kleinst Schritten weiter zu machen sind schon mal ganz wunderbare Tipps.
        Ich bleib dran. 😉

        alles Liebe, Johanna

  3. Liebe Elke,
    Liebe Sandra,
    Danke für diese interessanten Einblicke! Elke hat mir bereits für meinen Podcast Rede und Antwort gestanden. Mich beeindruckt der Weg den sie geht! Das ist zum einen toll zu beobachten. Und zum anderen ist sie eine wertvolle Unterstützung für andere Mütter!
    Viel Erfolg weiterhin 🙂
    Liebe Grüße, Andrea

    1. Liebe Andrea,
      vielen Dank für die Blumen, die ich gerne zurück schicke! 🙂 Und so soll es ja auch sein, dass wir uns gegenseitig inspirieren und so weiter kommen als allein.
      Alles Liebe,
      Elke

  4. Liebe Elke, ich finde es gut, dass du deinen Tagesablauf beschreibst. Wenn ich meine Ziele erreichen will, dabei noch für Freizeit und Familie sorge, muss ich meine Aufgaben in viele kleine Schritte unterteilen. Du zeigst, dass es möglich ist, entspannt selbstständig zu sein. Viel Erfolg wünscht dir Liz.

    1. Liebe Liz,
      und auch ich werde meinen Kindern gegenüber mal laut, übernehme mich und zweifle manchmal. Das gehört einfach dazu. Kleine Schritte zusammen mit attraktiven Zielen sind absolut Gold wert.
      Dir auch viel Erfolg!
      Viele Grüße,
      Elke

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