Wenn Deine Business Agenda trotz guter Planung immer wieder in den Hintergrund rutscht, dann sitzt Du wahrscheinlich in mindestens einer der drei größten Fallen für selbständige Mamas. Hier erfährst Du wie Du einen heiligen Schutz um Deine wöchentliche Arbeitszeit legst und Deinen Business Plan wirklich umsetzt. (Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2)

Falle 1: Motze Deinen Mann an

Letztens ist es wieder passiert. Mein Mann und ich hatten ausgemacht, dass ich bis um 13.30 Uhr am Schreibtisch sitzen durfte und er das Essen zubereitet. Plötzlich, um kurz vor eins, wurde meine Bürotür mit einem Schlag aufgeknallt, der das ganze Haus erschüttern ließ. „Maaamaaa, Essen fertig!!!“

In sekundenschnelle gingen mir meine potentiellen Handlungsmöglichkeiten durch den Kopf.

  • Variante a) Aufspringen. Mich fürchterlich unverstanden fühlen, weil mir jetzt eine halbe Stunde Arbeitszeit fehlt. Meinen Mann anmotzen.
  • Variante b) Tief durchatmen. Mich darüber freuen, dass ich einen Mann habe, der sich um so vieles kümmert. Einen ruhigen Moment wählen und ihm erklären, wie genial ich es von ihm finden würde, wenn er sich noch genauer an unsere vereinbarten Zeiten hält.

Quizfrage: Welche Variante dient nachhaltig dem Schutz meiner heiligen Arbeitszeit?

Genau! Kannst Du Dich noch daran erinnern, welches Verständnis Du für die Herausforderungen von Müttern hattest, als Du selbst noch keine warst? Niemand, außer wir selbst, wird je richtig nachempfinden können, wie essentiell diese Stunden am Schreibtisch (in der Praxis, im Büro, etc.) für uns sind.

Kurskorrektur:

  •  Spreche die Zeiten, in denen sich Dein Mann um die Kinder kümmern soll jede Woche im Vorfeld ab.
  •  Gewöhne Deine Familie durch geduldige Kommunikation an Deine Grenzen.

 

Falle 2: Nimm Dir nicht die Zeit, Prioritäten zu setzen 

Es gibt tausende von Tätigkeiten, mit denen sich eine Business Mama beschäftigen kann. Facebook, Twitter, Online-Trainings, Texte schreiben, Visitenkarten drucken, Workshops entwickeln, Netzwerken, und, und, und. Alles ist wichtig. Aber nicht alles ist gleich wichtig. Die Frage ist: „Welche von diesen Tätigkeiten bringt mich in dieser Woche meinen größten Träumen wirklich näher?“

Wer sich hier nicht konzentriert und Prioritäten setzt, kann stundenlang am Laptop sitzen ohne gefühlten Fortschritt. Doch wenn die Kinder von der Schule oder vom Kindergarten zurück kommen, dann möchten wir ihnen unsere volle Aufmerksamkeit schenken. Die beste Voraussetzung dafür ist das befriedigende Gefühl, gewisse Aufgaben abgeschlossen zu haben.

Kurskorrektur:

Ich nehme mir jedes Wochenende mindestens eine Stunde Zeit für einen gut durchdachten Wochenplan. Er ist für mich zum A und O einer glücklichen Zeit an meinem Schreibtisch und mit meiner Familie geworden. So geht’s:

  • Schau Dir Deinen 12-Monate-Projektplan an und frage Dich: „Was bringt mich nächste Woche wirklich nach vorne? Welche Ergebnisse sind für mich am wichtigsten?“
  • Sammle alles, was Dir im Kopf herumschwirrt („Schwimmkurs für meine Kleine finden, Steuer überweisen, neue Über-Mich-Seite für meine Website texten“) und schreibe es auf.
  • Teile Deine Aufgaben (beruflich und privat) in Blöcke mit dem gleichen Endresultat ein. Zum Beispiel: „Ich habe meine Tochter beim Schwimmkurs angemeldet“ oder  „Ich habe einen optimalen Text für meine Über-Mich-Seite geschrieben“. Dann notierst Du Dir, welche Schritte zu erledigen sind, um zum Endresultat zu kommen. Die neue Über-Mich-Seite könnte beispielsweise ein Block sein, der aus folgenden Schritten besteht: Stichpunkte brainstormen, 3 Vorbild-Über-Mich-Seiten im Netz recherchieren, grobe Textstruktur festlegen, Einleitung schreiben, Hauptteil schreiben, Schluss schreiben.
  • Dann legst Du die Zeiten fest, in denen Du Deine Aufgaben-Blöcke umsetzen kannst.
  • Wenn ein Block zu groß ist, verteile ihn auf mehrere Tage. Ich schreibe meine Blog Artikel beispielsweise nie an einem Tag, sondern an mehreren Tagen in der Woche Schritt für Schritt.
  • Für den Fall, dass Du bei der Umsetzung in Stress gerätst, solltest Du Dir klar machen, welches eine Endresultat Du auf jeden Fall zur Vollendung bringen möchtest. Für mich ist es momentan, meinen wöchentlichen Blog Post zu veröffentlichen.

 

Falle 3: Weigere Dich, Unterstützung anzunehmen

Vor einiger Zeit habe ich eine Frau gesprochen, die sich stark im Verband Berufstätiger Mütter engagiert und seit Jahren in Kontakt mit zahlreichen Business Mamas ist. Ich dachte, sie würde mir zustimmen, dass es eine ganz schöne Herausforderung ist, alles unter einen Hut zu bekommen. Stattdessen winkte sie ab:

„Natürlich ist es eine Meisterleistung, doch ich kann den ganzen „Ich-Arme“-Opferkult nicht mehr hören.“

„Mütter müssen ihren Männern, Schwiegereltern und anderen Personen mehr zutrauen, dann können sie auch mehr für sich einfordern.“

In einigen ihrer Erklärungen konnte ich mich wieder finden. Kennst Du das? Dein Mann zieht die Kinder an und Du denkst nur: „Um Gottes Willen, da passt doch nix zusammen!“ und machst es in Zukunft selbst. Oder: Du bist nicht zufrieden darüber wie Oma und Opa die Kleinen betreuen und verzichtest fürs Erste auf ihre Hilfe.

Kurskorrektur:

  • Notiere Dir ganz unverbindlich, welche potentiellen Helfer sich in Deinem Umfeld befinden: andere Mütter aus Kindergarten und Schule, Nachbarn, Schwiegereltern.
  •  Suche Dir zwei, drei Personen von Deiner List aus, gib Dir einen Ruck und spreche sie an. Wie könntet ihr euch gegenseitig unter die Arme greifen?
  • Mache ein kleines Budget für eine Putzhilfe frei. (Und wenn Du denkst, Du hast kein Budget, dann mach erst Recht eins frei.)
  • Vertraue auf die elterlichen Fähigkeiten Deines Partners und akzeptiere mit lachendem Herzen, dass er gewisse Dinge nicht so macht wie Du.

Welche Herausforderungen hast Du beim Organisieren Deiner Zeit zu meistern? Hast Du gute Tipps? Ich freue mich über Deine Erfahrungen in den Kommentaren!

 

P.S. Weißt Du, wie Dein Herz Erfolg definiert? Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2 Deines mamafreundlichen Business Plans.

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  1. Liebe Sandra,
    Du sprichst mir aus der Seele. Ich finde es toll, wie Du hier kurz, verständlich und mit (mindestens einem :-)) zwinckerndem Auge berichtest, Mut machst und v.a. leicht umsetzbare Tipps gibst. Naja, manche Ideen hatte ich schon sebst, nur -wupp – Alltag, schlechtes Gewissen… Und nun kommen von Dir in kleinen Häppchen immer wieder wertvolle Impulse die ich nun endlich umsetze.
    Vielen Herzlichen Dank dafür. Ich grüße Dich von Herz zu Herz, Seele zu Seele.
    Eva

    1. Liebe Eva, wie schön von Dir zu hören! Mein Herz lacht, wenn Dir meine kleinen Impulse Mut machen und Dich zur Umsetzung inspirieren. Genau dazu sind sie da 🙂 Alles Liebe für Dich, Sandra

  2. Hallo liebe Sandra!

    Danke für den wundervollen dritten Teil des Buisnessplanes.
    Die Herausforderungen einen Zeitplan zu erstellen ist nicht so einfach denn es kommt meistens anders als geplant.
    Bei mir funktioniert es im Moment so, eine Woche im voraus zu planen. Da zwei Tage voll sind mit Terminen der Kinder(Musik und Malen).
    Die größten Herausforderungen sind für mich immer wenn mein Mann beruflich unterwegs ist und ich niemanden habe in der Familie oder Freundeskreis ,der einspringt,doch ich habe es bis jetzt immer mit Vertrauen geschafft umzusetzen, Es ist schon was Wahres dran das wir den Männern mehr Vertrauen schenken sollen, diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Mittlerweile sehe ich es mit anderen Augen ob Chaos herrscht im Wohnzimmer oder in der Küche, wichtig ist die Kinder haben eine tolle Zeit mit ihrem Vater .
    Ich bin der Meinung ein Budget für eine Hilfe in welchen Bereichen auch sie gebraucht wird ist immer vorhanden. Es wird so viel ausgegeben für Dinge die nicht wichtig sind.
    Was ist wichtig?
    Diese Frage stelle ich oft als Mama-Coach Familienmentorin auch denn Müttern.Mein Tip: Auf das Herz hören und schauen was umsetzbar ist im Moment. Damit habe ich bis jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht.

    Liebe Sandra dir möchte ich von Herzen Danke sagen für deine wertvollen Pläne für uns Buisness-Mütter und freue mich auf die nächsten Informationen von Dir. Mach weiter so. Gerade dies hat im Coachingbereich noch gefehlt. Danke

    Herzensgrüße
    Anita

    1. Liebe Anita, so eine tolle Rückmeldung von Dir als Mama-Coach und Familienmentorin freut mich sehr, juhu 🙂 Danke auch an Dich, für die Erfahrungen und Tipps, die Du hier mitteilst. Es ist schön, diese gegenseitige Unterstützung zu spüren. Alles Liebe! Sandra

  3. Liebe Sandra,
    meine größte Herausforderung ist momentan meinen Mann und meinen kleinen Sohn das Thema „selber essen“ alleine zu überlassen. Ich bitte meinen Mann, dass er unseren Sohn Frühstück macht, damit ich noch meine Yoga-Runde fertig üben kann.
    Du solltest sehen, wie großartig mein Mann die Selbständigkeit unseres Sohnen fördert: er lässt ihn alleine seine Kakao-Haferflocken essen, klebrig, matschig, mit allen Sinnen und Händen und zum größten Glücksgefühl unseres Sohnes. Ich verkneife mir so gut es geht jegliche Bemerkung über verklebte und verkrustete Fußböden und Tische, denke mir dass es jeden Tag besser wird, und freue mich über meinen inneren Frieden und die Unterstützung meines Mannes.
    Was für eine wundervolle Familie ich doch habe 🙂
    Danke Sandra, für deine wertvollen Impulse!

    1. Liebe Petra, das machst Du richtig gut! Du bist innerlich im Frieden, Dein Sohn lernt selbständig zu essen und Dein Mann ist glücklich. Ich finde auch, dass man für so viel Familienglück den Fußboden verkrusten lassen darf 🙂

  4. Super. Danke, Sandra. Den Tipp mit „nicht den Mann anmotzen“, den muss ich mir unbedingt merken. Das geht irgendwie immer mal wieder schief bei mir. Was dann nicht so businessförderlich ist. 😉

    1. Kiria, ich weiß, das kann ganz leicht schief gehen… Aber es lohnt sich, kurz zu überlegen, ob man jetzt wirklich Motzen will oder in letzter Sekunde doch noch einen freundlichen Ton anschlägt 🙂

  5. Hallo Sandra,
    da fällt mir sofort ein „Weil ich es so wollte!“. Das hat Uta Nimsgarn unlängst in ihrem Newsletter geschrieben. Es ist doch immer alles gerade SO, wie ich es ursprünglich wollte. Die Situation mit meinem Partner, wie weit ich mit meinem Unternehmen bin, welche Ziele ich schon erreicht habe – es „könnte“ anders sein, wenn ich es wirklich gewollt hätte. Hätte ich klarer kommuniziert, mehr / weniger gemacht, mich weniger geärgert… es ist immer gerade alles so, weil ich es so wollte. Da ist jeder Frust sofort wieder vergessen und es bringt mich zudem regelmäßig zum Lachen!

    1. Karin, der Satz von Uta begleitet mich seit ich ihn gelesen habe. Er kommt auf jeden Fall in meine Motivations-Toolbox. Danke Dir!

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