Für Mütter mit eigenem Business gibt es kein aufbauendes Rollenbild. Eher im Gegenteil: Weder die Vorstellung der Super-Mami noch das Bild der perfekten Business-Frau stärken uns von Innen. Trotzdem bleiben wir dran und arbeiten an einem Lebensentwurf, der in die Freiheit führt. Daniela Strube ist seit vielen Jahren selbständig, hat selbst 2 große Söhne und unterstützt Mütter gut mit ihren Teenagern durch die Zeit der Pubertät zu kommen. Hier erzählt sie, wie sie es selbst gelernt hat, der Familie und dem Business gerecht zu werden.

SB7_3180_400x400„Heute ist wieder so ein schräger Tag.

Ich fahre jetzt gleich los, zu einem Workshop, den ich morgen gebe und ich freue mich echt darauf.
Aber als ich da so stand, heute morgen in der Küche und die Kinder grade mit dem Papa unterwegs zum Kindergarten waren, da kam dieser Gedanke:
Manno, gestern hast du dich noch gefreut, endlich mal unterwegs zu sein. Mal raus aus dem Haus, ohne Kinder, ohne Haushalt. Zwei Tage nur ich und mein Business.

Und jetzt? Jetzt stehe ich hier und weiß, ich sehe die Kinder bis Samstagnachmittag nicht. Warum hab ich die letzten Tage bloß nicht mehr Zeit mit ihnen verbracht? Und ich fange wieder an mit diesen Selbstzweifeln. Ob es wirklich gut ist, dass ich so sehr meiner Leidenschaft nachgehe und so viele Stunden in mein Business stecke?

Doch zum Glück bin ich inzwischen ein bisschen schlauer… Bevor mich diese Gedanken zermalmen, mache ich mir einen leckeren Tee, gehe an die Arbeit und sage mir immer wieder innerlich ganz laut: Alles ist gut, so wie es ist. Den Kids geht es bestens. Du bist eine tolle Mama!“

Der Zwiespalt zwischen zwei Rollenbildern

So wie es Christina Emmer vor kurzem in einem Aufruf in der MAMA Revolution Facebook Gruppe dargestellt hat geht es vielen Müttern mit eigenem Business.
Manch eine Mutter startet erst gar nicht, weil sie glaubt, dass Kinder und Selbständigkeit nicht vereinbar sind. Die Mütter, die es versuchen, sind oft von Zweifeln und schlechtem Gewissen geplagt. Selbst souveräne Business-Mamas, wie in meinem Beispiel, sind nicht frei davon.

Da gibt es diesen Zwiespalt zwischen alten Prägungen und dem Bild der modernen Powerfrau.

In uns steckt noch das Bild der Super-Mami

  • sie ist die beste Köchin
  • sie kümmert sich um die Kinder
  • sie hat alles tippi toppi, wenn der Mann abends nach Hause kommt
  • ansonsten ist sie keine gute Mutter…

Im Gegensatz dazu steht das Bild der modernen Business-Woman

  • sie hat alles völlig im Griff
  • sie sieht toll aus
  • ihre Familie ist toll
  • vor allem hat sie ihr eigenes Business
  • das bringt sie ehrgeizig voran

Diese Mischung aus beidem ist es, die uns in diesen Konflikt führt. Beides beschert uns schnell ein schlechtes Gewissen.

Aber wir können den Konflikt zwischen Super-Mami und Business-Women erheblich verkleinern, indem wir uns einige Dinge bewusst machen.

1. Akzeptiere: Nobody is perfect

Versuchst Du immer und überall perfekt zu sein, steuerst Du geradewegs auf einen Burnout zu? Es ist ein Modewort und ich mag es nicht besonders, aber es trifft es am besten. Du wirst irgendwann „auf dem Zahnfleisch kriechen“ und damit ist keinem geholfen, schon gar nicht Deinen Kindern.

Bei mir war das auch nicht anders und ich kann mich wirklich noch sehr gut daran erinnern:

Ich kämpfte mich durch Haushalt und Muttersein und nach jeder Geburt, nach wenigen Monaten, auch schon wieder durch mein Geschäft.
Wie ein Kreisel brummte ich Non-Stop umher und das viel zu lange bis an mein Limit. Ich habe gar nicht wahrgenommen, dass ich damit nicht nur mir, sondern meiner ganzen Familie nicht gut tue.

Das was ich eigentlich wollte, also dass es allen gut geht, sie ein schönes Zuhause und die beste Mama der Welt haben, rückte immer weiter von uns weg.
Irgendwann rührte sich mein schlechtes Gewissen, weil ich dachte, immer noch nicht gut genug zu sein.

Es blieben Dinge im Haushalt liegen, meine Kinder schliefen manchmal schlecht oder waren genauso gereitzt, wie ich. Um so schneller sich der Kreisel drehte und bemühte, um so schlimmer wurde es.

Eine Lösung musste her!

2. Nimm Hilfe an und gib Aufgaben ab

Ein wichtiger Punkt war, ich musste lernen Hilfe anzunehmen und Aufgaben abzugeben.

Du musst auch nicht alles alleine machen. Schau, was Du an Aufgaben abgeben möchtest und kannst.
Überlege, was Dir am wichtigsten ist. Was möchtest Du weiterhin selbst machen und was kannst Du Dir gut vorstellen abzugeben? Wo sind Deine Prioritäten und nicht die von anderen?

Wie war das noch? Unperfekt ist das neue Perfekt! Das gilt auch für Business-Mamas.

3.Entwickle ein Gespür für Deine Bedürfnisse

Deine Bedürfnisse sind der nächste und einer der wichtigsten Punkte! Was tut Dir gut und was nicht?

Gönne Dir Pausen. Kleine Auszeiten, die wirklich nur für Dich sind. Ich empfehle meinen Klientinnen die Schokoladentage. Das sind auch manchmal „nur“ Stunden oder Minuten. Ein super duftender Kaffee oder ein Stück Schokolade. Etwas, was Du magst und was nur für Dich ist.

Mir sind diese kleinen Momente anfangs sogar ein bisschen schwer gefallen, eben weil ich immer das Gefühl hatte, dass ich, wenn Baby z.B. schläft oder die Junioren in der Schule sind, die Zeit nutzen und putzen oder kochen müsste.
Irgendwann habe ich angefangen, diese kleinen Momente bewusst für mich zu nutzen. Ein Kaffee zwischendurch, mit diesem wahnsinnig tollen Duft, auf dem Balkon in der Sonne. Es fühlte sich für mich an, als würde ich meinen Akku dadurch wieder aufladen. Diese Momente haben sich später weiter ausgedehnt auf tolle Abende mit leckerem Essen, auch mal ohne Kinder. Daraus wurden mit der Zeit und natürlich mit dem wachsenden Alter der Kinder, dann die Schokoladentage.

4. Gib Dir die Erlaubnis, alles zu sein: Mutter, Ehe- und Geschäftsfrau

Du DARFST Mutter und Frau sein und auch ein Business haben. Sorge gut für Dich und Du kannst tatsächlich allem gerecht werden und Spaß (ok, meistens 😉 ) dabei haben.

Das Allerbeste daran….. Deine Kinder haben auch etwas davon!
Dein Leben als Geschäftsfrau und die damit verbundenen Aufgaben erfüllen Dich auf eine andere Art und sind Dein Ausgleich für Geist und Seele. Davon profitiert natürlich Deine ganze Familie erheblich. Alle haben etwas davon, wenn sie eine Mama haben, die ausgeglichener ist.

Eine Mama, die so mehr Geduld hat und gelassener ist. Eine Mama, die mit sich zufrieden ist und Aufgaben hat, die ihr Spaß machen.

Auch von der Situation, dass Mama nicht immer präsent ist, profitieren die Kinder. Stück für Stück und altersgerecht, ist es sozusagen Loslassen auf die sanfte Art.

Meine Burschen sind inzwischen erwachsen und stehen beide auf stabilen selbstbewussten Beinen. Sie haben mir auch aufgrund ihrer eigenen Wünsche, wie z.B ein längerer Auslandsaufenthalt oder Schulbesuch mit Internat, also dadurch, dass sie schon früh ihre eigenen Wege gehen wollten, das Loslassen gelehrt.

Sie wissen beide heute ziemlich genau, was sie wollen. Doch das Beste ist, dass sie immer wieder gerne nach Hause kommen.

Eine gute Balance zwischen Muttersein und Deinem Business bringt allen etwas. Du musst kein schlechtes Gewissen haben, wenn Du Deiner Arbeit nachgehst, weil Du weißt, dass Deine Kinder in der Zwischenzeit gut versorgt sind und auch Spaß haben. Sie würden es spüren, wenn Du ein schlechtes Gewissen hast und wären nicht frei für die Dinge, die ohne Mama spannend sind.

Also, wenn Du Dein schlechtes Gewissen ablegen kannst, dann sorgst du praktisch dafür, dass Deine Kinder in der Zeit, in der Du Deiner Arbeit nachgehst, ihr Ding machen DÜRFEN und Spaß haben DÜRFEN! Super oder 🙂 ?

Sollten kleine Zweifel doch ab und zu durchkommen, dann darfst Du Dir Christinas Satz borgen.

„….alles ist gut, so wie es ist. Den Kids geht es bestens. Du bist eine tolle Mama!“

 

 

Bevor Du bei der lieben Daniela unter www.keep-cool-mama.de vorbei schaust, würden wir gerne von Dir wissen, wie Du es schaffst, für Dich selbst zu sorgen – und warum es Dir manchmal vielleicht schwer fällt… Deine Impulse sind wichtig für uns alle. Bis gleich in den Kommentaren 🙂

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