Kennst Du dieses Gefühl, dass die körperlichen, geistigen und seelischen Kraftakte, die Du als Mutter vollbringst gesellschaftlich nicht wirklich als Leistung zählen? Für mich fühlte es sich zumindest in den ersten Jahren mit Kind so an. Zum Muttertag habe ich mir drei Möglichkeiten ausgedacht, wie unsere Gesellschaft das Gegenteil beweisen könnte.

Wie geht eine Welt, die Kinder liebt, mit Müttern um?

Es gibt ein Foto von mir, das mich wenige Tage nach der Geburt meiner Tochter zeigt. Etwas orientierungslos stehe ich mit Sektgläsern in der Hand in der Küche und versuche eine richtige Gastgeberin zu sein.

Meine Eltern und Schwiegereltern hätten es auch verstanden, wenn ich im Bett geblieben wäre. Aber ich wollte mich noch nicht damit abfinden, dass ich nach der Geburt und in der kommen Zeit mit Baby nicht genauso „leistungsfähig“ sein konnte wie vorher.

Damals konnte ich dieses bestimmte Gefühl noch nicht richtig in Worte fassen, das mich in den ersten Jahren als Mutter begleitet hat  – trotz der Fürsorge von meinem Mann und der bedingungslosen Liebe für mein Kind.

Vielleicht kennst Du es auch? Dieses Gefühl, dass die extremen körperlichen, geistigen und seelischen Umwälzungen, die Mütter zu meistern haben, gesellschaftlich nicht wirklich als „Leistung“ zählen.

Ich habe mich seitdem oft gefragt, was eine Gesellschaft anders machen würde, die Kinder als Verkörperung der Zukunft in den Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit stellt und die Mütter als wichtigste Versorgungsquelle dieser Zukunft betrachtet.

Mein nachhaltiger Muttertags-Wunschzettel  – bitte in den Kommentaren individuell ergänzen

 1. Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung

Jede Mutter ist anders und jedes Kind auch. Was mich an der öffentlichen Diskussion über Kinderbetreuung stutzig macht, ist dass in Deutschland eigentlich nur von neuen KITA-Plätzen gesprochen wird, damit Mütter schnell wieder zurück in eine Festanstellung können.

Für viele Frauen ist das eine gute Lösung. Es gibt aber auch Mütter, für die andere Modelle besser passen. Zum Beispiel das eigene Business. Weil es flexibel macht, genug Raum für die Kinder lässt und mit jedem Tag eine selbstbestimmte Zukunft erschafft.

Der Staat stellt mit unseren Steuergeldern jedes Jahr rund 11.000 Euro für einen KITA-Platz zur Verfügung. Ich vermute, dass einige Mütter dieses Geld nachhaltig nutzen würden, um ihre Kinder selbst zu betreuen und um gleichzeitig ein eigenes Business aufzubauen.

Die Möglichkeiten dafür sind aufgrund der neuen Technologien so gut wie noch nie zuvor.

  •  Ich wünsche mir eine Verteilung unserer Steuergelder, die verschiedene Kind-und-Beruf-Modelle möglich macht und auch die 135-Stunden-Woche einer Vollzeit-Mama berücksichtigt. So dass Familien stark sein können und ihre Kinder ohne Existenzangst groß ziehen können.

 2. Ein Herz für Hebammen 

Für die natürliche Geburt meiner Tochter bin ich gegen den Widerstand eines aufgebrachten Klinikchefs wieder nach Hause gefahren, um dort mit Hilfe von zwei Hebammen und meinem Mann unser Kind auf die Welt zu bringen – und zwar kerngesund und zu ihrem eigenen Zeitpunkt.

In der Klinik hatte man mir, obwohl alle Werte super waren, einen Kaiserschnitt, Wehen-Cocktails und was weiß ich nicht alles empfohlen.

Ohne meine Hebamme Karin Balke, die einzige, die damals im Raum Fulda Hausgeburten betreute, hätte ich das nie geschafft. Ich bewundere Hebammen für ihre Erfahrung, ihr Einfühlungsvermögen und ihre Leistungsbereitschaft.

  •  Ich wünsche mir, dass Klinikgeburten, Geburten zuhause oder im Geburtshaus als gleichwertige Alternativen gefördert werden. So dass jede werdende Mutter den Geburtsort ihres Kindes in echter Freiheit wählen kann.

Gratis-Webinar: Monatlicher Mindset Check-in für Mamas im Business Aufbau 

Jeden Monat treffe ich mich virtuell mit Business Mamas wie Dir, um zusammen einen Mindset-Shift zu machen, der leichtes Business Wachstum auch mit wenig Zeit ermöglicht.
Komm dazu! Wir freuen uns auf Dich.

 3. Eine neue Definition von Schönheit

Ich weiß, die Auffassung, dass eine hungrige Frau auf dem Laufsteg attraktiver sein soll als eine Frau mit richtigen Hüften und Bauch hält sich hartnäckig. Aber aus welcher Perspektive?

Meine Tochter liebt meinen weichen Bauch, der schon seit 5 Jahren kein Fitnessstudio mehr von innen gesehen hat. Er würde es niemals in eine Frauenzeitschrift schaffen – höchstens als Vorher-Bild.

Ich finde es immer etwas irritierend, wenn Models oder Schauspielerinnen öffentlich so extrem dafür anerkannt werden, dass sie die Spuren von Schwangerschaft und Geburt in Blitzgeschwindigkeit unsichtbar gemacht haben.

Was ist denn so verkehrt daran, wenn man einer Frau ansieht, dass sie Mutter geworden ist?

  •  Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die ihre weiblichen Heldinnen aufgrund ihrer inneren Größe kürt – und nicht aufgrund ihrer äußeren Schmalheit.

Jetzt bist Du dran: Schreibe Deinen persönlichen Muttertags-Wunschzettel

Ich könnte meine Wunschliste noch unendlich weiter führen. Ernährung, Bildung, Impfungen, Medien.

Doch viel mehr interessiert mich, was Du auf Deinen Muttertags-Wunschzettel schreiben würdest. Was würde sich aus Deiner Sicht in einer noch mütter- und kinderfreundlicheren Gesellschaft verändern?

Die anderen Mamas und ich freuen uns auf Deine Wünsche in den Kommentaren!

Alles Liebe,

 

 

 

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